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Ausverkauf!
Was für ein Schock! Die JUSO, welche sich doch immer für eine bessere Welt einsetzte, verkauft Waffen! Nein, wir haben weder die Seite gewechselt, noch bereiten wir eine bewaffnete Revolution vor. Das Ganze ist eine Aktion für die Volksinitiative zum Verbot von Kriegsmaterialexporten.
Am Samstag, 10. Oktober wollten wir den PassantInnen in der Stadt Zürich vor Augen führen, was da eigentlich exportiert wird. Dies ist uns gelungen, beinahe zu gut. Die meisten Leute waren durch unsere (selbstgebastelten und zum töten relativ nutzlosen) Waffen so abgeschreckt, dass sie unseren Flyer gar nicht beachteten. Für uns sehr beruhigend: Zumindest in der Stadt Zürich sind Waffennarren relativ selten zu finden.
Der Strategiewechsel, die Waffen in den Kisten zu lassen, erwies sich als richtig. Die Flyer gingen viel leichter von der Hand und die Waffen erregten auch in den Kisten noch genug Aufmerksamkeit. Nun konnten wir auch mehr Überzeugungsarbeit leisten. Diese war auch nötig, denn die Plakatekampagne der Gegenseite schien ihre Wirkung nicht zu verfehlen. Die Entlassungen waren meist das erste Argument gegen die Initiative. Mit dem Hinweis auf die geplante Umrüstung auf zivile Güter und auf den Schweizer Bergbau (ja den gibt’s) der doppelt so viele Menschen beschäftigt, konnten wir diesen Einwand entkräften.
Doch dann blieb immer noch das Killerargument schlechthin. Auch wenn es für mich eher einer Bankrotterklärung gleichkommt trafen wir es sehr häufig an: „Wenn wir es nicht tun, tun es einfach andere. Mit dieser Initiative ist niemandem geholfen.“ Das stimmt! Und weil wir zu dieser Erkenntnis gekommen sind, beginnen wir Morgen damit, hochoffiziell harte Drogen herzustellen und in die weite Welt zu exportieren. Das tun schliesslich jetzt schon andere und wir können damit viele Arbeitsplätze schaffen. Wieso also dieses lukrative Geschäft irgendwelchen skurrilen Drogenbaronen überlassen?
Schlussendlich konnten wir wohl doch die eine oder andere Meinung ein wenig beeinflussen. Ob es reicht, wird sich am 29. November zeigen.
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