JUSO Blog

Das Experiment ist gescheitert!

UBS am Paradeplatz

Wir könnten fast meinen, die Wirtschaftskrise sei vorbei, bevor sie überhaupt begonnen hat. Die UBS zahlt wieder überrissene Löhne an die Topmanager (ein Wort mit „Top“ hatte noch nie so einen negativen Beigeschmack) und sie kauft sich wieder Bürgerliche. Diesmal versuchte sie es bei der CVP, nicht zuletzt aufgrund des Drucks der Linken hat diese das Geld jedoch nicht angenommen.

Doch der Schein trügt, denn der Realwirtschaft dürfte das Schlimmste noch bevorstehen. Anstatt nur abzuwarten, möchte ich mich einigen Faktoren widmen, die in der Schweiz dazu beigetragen haben, dass es überhaupt soweit kommen konnte. Dazu schaffen einige Geschehnisse der 90er Jahre Klarheit. Also vor über 40 Quartalen! In der Denkweise der modernen Wirtschaft eine viel zu lange Zeit. Damals als es die UBS noch nicht gab aber dafür die SBG und den Bankverein, fanden ein bekannter und ein etwas weniger bekannter Zeitgenosse, Christoph Blocher und sein Freund und Geschäftspartner Martin Ebner, dass die Eigenkapitalrendite der SBG viel zu tief sei. 7.5% gehörten schliesslich nur zu den höchsten Eigenkapitalrenditen der damaligen schweizer Unternehmen. Mindestens das Doppelte, also 15-20% mussten her!

Mit seinem Vermögen versuchte Ebner bei der SBG, als Grossaktionär, einen Kurswechsel durchzusetzen. Dies scheiterte, die SBG war nach dem langen Kampf und Rechtsstreit geschwächt und wurde von Marcel Ospels Bankverein übernommen. Das Unternehmensmodell von Ebner und Blocher, welches völlig rücksichtslos an einer möglichst hohen

Eigenkapitalrendite ausgerichtet ist, wurde jedoch salonfähig. Das Fremdkapital nahm im Verhältnis zum Eigenkapital massiv zu und nach einem genügend grossen Verlust, hatte die ehemals stolze UBS praktisch kein eigenes Geld mehr. Das Experiment der neoliberalen Shareholder Value als Wirtschaftsdoktrin ist endgültig gescheitert. Nach dem Experiment vom Bundesrat Blocher ist dies nun schon das zweite Scheitern des SVP-Führers, auch wenn dies seine Anhänger, selbstredend, nicht einsehen wollen. Zudem ist sind beide Experimente nur aus der Sicht der EinwohnerInnen unseres Landes gescheitert. Blocher hat logischerweise mehr als nur finanziell davon profitiert.

Auch wenn es im Moment noch schwierig ist, auf alle Aspekte der Krise eine Antwort zu haben, ist klar: Die Antwort auf die Krise kann nur von der Linken kommen und nicht von denen die sie verursacht haben! Die „1:12-Initiative“ der JUSO Schweiz ist ein Teil dieser Lösung. Wir möchten die Verteilungsfrage neu stellen. Sollen in der Schweiz alle vom erarbeiteten Wert profitieren, oder nur diejenigen, die bereits leben, wie der Adel in früheren Zeiten? Und wer soll entscheiden? Die Schweizer Bevölkerung oder Wirtschaftsführer, die oft nur in ihrem eigenen Interesse handeln? Die JUSO ist bereit, die aktuelle Situation als Chance für einen wirklichen Neuanfang wahrzunehmen!

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