JUSO-Jahresversammlung in Köniz lanciert 1:12-Initiative
 

1:12-Initiative lanciert!

Gestern war es so weit: Wir haben an unserer Jahresversammlung in Köniz die 1:12-Initiative für gerechte Löhne lanciert. Wir wollen damit erreichen, dass niemand 12 Mal weniger verdient als der bestbezahlte Manager im gleichen Unternehmen. Damit schaffen wir endlich mehr Gerechtigkeit: Denn heute sind die Lohn-Unterschiede häufig viel grösser.

Daniel Vasella zum Beispiel verdient 720 Mal so viel wie der schlechtest bezahlte Angestellte bei Novartis. Das kann weder mit „Verantwortung", noch „Leistung" gerechtfertigt werden. Das ist schlicht Abzockerei!

Mit der 1:12-Initiative dürfen sich die Manager keine solch unverschämten Gehälter mehr auszahlen, womit auch die Löhne unten auch wieder steigen können.

Darüber hinaus geben wir aber auch unserer Demokratie wieder die Möglichkeit in Sachen Löhnen mitzureden - und sich nicht mehr weiter von den selbstgefälligen Herren in den Teppichetagen bevormunden zu lassen. Das ist doch gerade in Zeiten der Krise mehr als nötig, oder?

P.S.: In der Facebook-Gruppe der 1:12-Initiative Mitglied werden!

Kommentare

1:12

Nun wurde also ein 12 x höherer Lohn auch von den JUSOS abgesegnet. Was für ein Fortschritt. Dieser Tage konnte man lesen, dass die Managerlöhne in der Schweiz im Schnitt Fr. 316'000.-- betragen. Dies ist das 12 fache eines Monatslohnes von Fr. 2'194.--. Da wird sich aber der Empfänger der Fr. 2'194.-- freuen. Sollte der Mindestlohn in seinem Betrieb auf Fr. Fr. 3'000.-- erhöht werden, können sich die Manger guten Gewissens auf zusätzliche Fr. 116'000 pro Jahr freuen. Mir schein, dass auch bei den JUSOS die Akademiker die Überhand gewonnen haben. Paul Biotti Sennhof

1:12!

Die erwähnten 316'000 Fr. beziehen sich nur auf den Schnitt aller Manager. Darin sind aber alle Manager berücksichtigt - also auch das untere Managment und Manager, die nicht abzocken. Und übers gesamte Managment gesehen, lassen sich wieder grosse Unterschiede beobachten. Beim Top-Managment sind die Abzocker-Löhne trotz Krise weiter gestiegen. Deshalb gibt's innerhalb von Unternehmen immer noch riesige Lohnscheren: Novartis (1:720), CS (1:434) oder ABB (1:427). Würden diese Manager nur noch 12 Mal mehr erhalten, könnten auch die Löhne der übrigen Angestellten wieder steigen: Bei Novartis würde zum Beispiel jeder der weltweit 23'000 Angestellen im Jahr 2300 Franken mehr erhalten - eine satte weitere Lohnrunde!

1:12

Mir ist schon klar, dass es sich um einen Durchschnitt handelt. Dies ändert aber nichts daran, dass diese Initiative auf sehr wenig Personen angewendet werden könnte. Dafür aber wird von den JUSOS generell ein Lohnunterschied von 1:12 als akzeptabel bezeichnet. Für mich ist ein solcher Unterschied eine Form von Rassismus. Eine kleine Elite bestimmt, dass ihre Arbeit um den Faktor 12 wertvoller ist als die Arbeit der anderen.. Menschen die sich solche Löhne auszahlen halten sich offensichtlich für etwas wertvolleres. Ich bedaure es ausserordentlich, dass die JUSOS dies mit ihrer Initiative noch rechtfertigen. Heute laufen selbst linke Politiker mit einer Schere im Kopf herum un glauben immer beurteilen zu müssen was im Momment von einer Mehrheit akzeptiert werden könnte. Dieser Weg der kleinen Schritte hat in den vergangenen Jahrzehnten zu keinerlei vVrbesserungen geführt. Die Schere zwischen Reich und Arm hat sich weiter geöffnet. Millionen verhungern und Milliarden leben unter bescheidensten Verhältnissen..

RE:

Zugegeben: 1:12 ist ein Kompromiss und ein kleiner Schritt. Aber ein sehr wichtiger und einer in die richtige Richtung: Heute werden Löhne wie die von Vasella und Co von den Politikern ohne mit der Wimper zu zucken akzeptiert. Mit der Initiative zeigen wir, dass das solche Löhne nicht selbstverständlich sein dürfen - vor allem wenn damit riesige Summen von den restlichen ArbeitnehmerInnen nach oben umverteilt werden! Wir sprechen auch endlich wieder über Löhne und Verteilung von Einkommen in diesem Land. Wann wurde das zum letzten Mal politisch ernsthaft mit einem Vorschlag diskutiert? Damit können wir auch Schwung gewinnen: Werden die Leute aufmerksam gemacht, dass es sich bei solch hohen Löhnen und bei Verteilung um politische veränderbare Dinge handeln, können wir auch andere Forderungen aufstellen. Und verstehen wir uns nicht falsch: Die JUSO kämpft für eine andere Welt, ein Welt in der alle Menschen frei sind - und nicht Kapital und Märkte.

1:12-Initiative??? Schadet nur...

Wer so eine Initiative unterschreibt ist sich wohl nicht bewusst was für einen verheerenden Effekt so ein Gesetz auf die Schweiz hätte. Wir vergessen gerne das die vielen Vorzüge der Schweiz (öffentlicher Verkehr, gute und günstige Uni's, Sozialwesen) nur finanzierbar sind da wir international Konkurrenzfähig sind....Überspitzt gesagt, ich bin mir nicht sicher das wir weiterhin bis 30ig (fast gratis) Journalismus studieren können, wenn hier keine Internationalen Firmen mehr ansässig sind.

Über die Entlöhnungen hat

Über die Entlöhnungen hat niemand ausserhalb der Aktionärsrunde (Nachhilfe: Aktionär (-> ich) = Mitinhaber) Bestimmungen zu erlassen! Ich fühle mich als Aktionär der Novartis entmündigt, wenn der Staat meint, er müsse Reglemente über die Gehälter erlassen. Wählerfang durch die Instrumentalisierung von Fleisch gewordenen Hassobjekten (Vasella) ist nur durch eine ureigene schlechte Angewohnheit des Menschen möglich: der Neid.

Neid!

Die JUSO ist mir der 1:12-Initiative nicht auf Wählerfang, sondern sie nimmt ein Problem auf, dass schon seit einiger Zeit von der Bevölkerung als solches erkannt worden ist, dass als ungerecht empfunden wird und dass sich wohl leider, deiner Marktgläubigkeit zum Trotz, nicht von alleine lösen wird. Mit Neid hat das freilich wenig zu tun. Gerechte Löhne kommen schlussendlich der Allgemeinheit zugute und wenn ein Unternehmen als ganzes Gewinn macht, dann haben auch alle MitarbeiterInnen davon zu profitieren, und nicht nur die Teppichetage.

Schadet nur?

Wer diese Initiative nicht unterschreibt, ist sich wohl ganz im Gegenteil nicht bewusst, wie die Zustände heute in der Schweiz sind. Lohnbandbreiten die den Faktor 20, 50, ja gar mehr als 100 übersteigen, sind schlicht nicht zu rechtfertigen und eine Sauerei. Sie tragen massiv zur Ungerechtigkeit in diesem Land bei und sind langfristig eine soziale Bombe. Aber zu deinem Argument, wir könnten uns keine Unis mehr leisten: Ich finde es schon sehr tragisch, wenn du der Ansicht bist, dass wir als Demokratie nicht mehr frei entscheiden können, wie wir unser Land gestalten wollen, auch wirtschaftlich. Wer entscheidet denn in diesem Land, die Demokratie oder die Wirtschaft? Dann muss ich dir sagen, dass die internationale Konkurrenzfähigkeit noch von ganz anderen Faktoren abhängt als nur von den Managerlöhnen. Z.B. Tiefe Gewinnsteuern, gute internationale Verkehrsverbindungen, hohes Angebot an Unternehmensdienstleistungen am Standort, Nähe zu Konkurrenzunternehmen und Finanzmärkten. Im Übrigen rechnen sich die immensen Kosten, die bei der Verlagerung eines Unternehmens entstehen, in keiner Weise mit den Lohneinbussen für die Abzocker-Manager, wenn die 1:12-Initiative angenommen wird und das setzt wiederum Kapital für Investitionen frei. Und ausserdem, welches Unternehmen kann es sich schon leisten einfach seine Standort zu wechseln und 3000 MitarbeiterInnen auf die Strasse zu stellen?

Initiative gegen Abzockerlöhne

Liebe junge Parteifreunde Eure Initiative will das richtige, ist aber als Einzelforderung vermutlich nicht praktikabel. Sie gehört eingebunden in ein neues Gesamtwirtschaftsverständnis. Wie dieses aussehen könnte? Hier nur kurz in Stichworten, was ich meine: Die Theorie des Neoliberalismus, dass der markt alles regeln wird, ist fehlgeschlagen, was die momentane Wirtschaftskrise beweist. Das Pferd braucht Zügel. Aber ich habe noch kein Pferd gesehen, das sich die Zügel selber anzieht. Diese Zügel müssen zwangsweise angelegt werden. Wir brauchen einen Kontrapunkt zur shareholdersvalue. Dieser Kontrapunkt muss das Verhalten eines Witschaftsteilnehmers gegenüber dem Staat, der Gesellschaft, der Umwelt, den Angestellten usw. wiederspiegeln. Die Amerikaner haben der gesamten Pharmaindustrie solche Zügel zwangsweise angelegt. Wer mit der Pharmaindustrie vertraut ist, dem ist GMP/cGMP ein Begriff. GMP ist ein sehr detailietes Regelwerk, wie Pharmaka hertzustellen sind. Den Zwang haben die Amerikaner durch die Grösse ihres Marktes ausgeübt. Und Zuwiderhandelnde werden öffentlich angeprangert (warning letters)! Ein solches Regelwerk brauchen wir für die Wirtschaftsteilnehmer, nicht für den Bäcker um der Ecke, aber für zB. börsenkotierte Teilnehmer, oder mit einem neuen Wort, für "systemrelevante" Teilnehmer. Und woher könnten wir die Stärke für den Zwang nehmen? Die kommunisten hatten die Parole "Proletarier aller Länder vereinigt Euch", sie sind damit allerding auf die Schnautze gefallen. Aber in Abwandlung dieser in "Konsumenten aller Länder vereinigt Euch" sehe ich ein Gebot der Stunde und einen möglichen Einstieg in ein neues Gesamtwirtschaftsverständnis. Könnt Ihr Euch noch daran erinnern, als, ich glaube es war Shell, eine alte Bohrinsel in der Nordsee versenken wollte. Der Tankstellenboykott hat damals zu Einlenken geführt. Wenn Ihr an obigen gedanken Interesse habt, ich suche Interessierte Leute, mit denen ich darüber in einen Dialag treten könnte. Es gibt noch viel daran zu verbessern und zu verfeinern. Dies würde ich gerne tun innerhalb der SP. Ein neues Wirtschaftsverständnis wäre in meinen Augen eine vornehmliche Aufgabe der Sizialdemokratie. Wer kann und will mir in dieser Angelegenheit weiterhelfen?

Wieder einmal hat die JUSO

Wieder einmal hat die JUSO gezeigt, wie wenig überlegt wird bevor man gleich einmal eine Initiative startet. Denkt ihr im ernst, dass diese Initiative real werden kann? Nehmen wir einmal an, eine Putzfrau in der ABB (über 100'000 Mitarbeiter) verdient 3'500 Franken. Meint ihr, dass man einen fähigen CEO findet, der für nur 504'000 arbeitet, obwohl er die Verantwortung für über 100'000 Mitarbeiter hat? Na eben, gut gemeinte Initiative, aber nicht durchsetzbar.

Klar!

Na klar! Wir finden doch auch andere Personen als Bundesrätinnen, Kantonalbankdirektoren oder Ärzte die mindestens genauso verantwortungsvolle Berufen wie ein Manager der ABB oder einer Grossbank und sich mit weniger als einer halben Million zufrieden geben. Die Initiative ist nur schon deshalb gut umsetzbar!

Einverstanden

Danke für deinen Hinweis! Mit der 1:12-Initiative legen wir Regeln für Löhne fest, wie sie für Pharama-Produkte, die du erwähnst, nicht nur in der USA gelten. Damit wollen wir genauso schädliche Auswüchse bei den Löhnen verhindern, wie sie heute mit effektiv bei Medikamenten verhindert werden. Die Rechnung ist einfach: Wird oben mehr abgezockt, bleibt unter weniger, um als Lohn auszuzahlen!