Transpi
 

1. Mai in Zürich

Wie jedes Jahr nahm die JUSO am traditionellen 1. Mai-Umzug durch die Zürcher Innerstadt teil. Zentrale Forderung der JUSO war eine gerechte Vermögensverteilung, die in Form der Bonzensteuer beworben wurde.

Über 80 JUSOs aus Stadt und Kanton Zürich, aber auch aus anderen Kantonen, besammelten sich um 10 Uhr in der Lagerstrasse. Noch nie nahmen so viele JUSO an der 1. Mai-Demo in Zürich teil. Der Auftritt der JUSO war eine imposante Kulisse. Die Genossinnen und Genossen trugen 14 Fahnen, 5 Plakate und ein Transparent mit sich. In der Folge war der Auftritt der JUSO in den Medien auch mehrfach zu sehen. Zudem distanzierte sich die JUSO klar von den linksautonomen Chaoten, indem wir ein Plakat mit der Aufschrift „Wer steine wirft, steinigt den 1. Mai“ mittrugen.

Das Transpi hatte die Aufschrift „In Zürich besitzen 1 % gleich viel Vermögen wie 99% - wir werden nicht ruhen. Ja zur Bonzensteuer!“ Daneben wurden auch noch überdimensionale Einzahlungsscheine mitgetragen, die die 100 Mio. Fr. jährlichen Mehreinnahmen dank der Bonzensteuer symbolisierten. Nach dem Umzug und der Schlusskundgebung zog es die JUSOs auf das Kasernenareal, wo das offizielle 1. Mai-Fest stattfand. Zusammen mit der SP betrieb die JUSO auf dem Kasernenareal ein Festzelt.

Zusammenfassend war es für die JUSO ein äusserst erfreulicher 1. Mai. Das Fest auf dem Kasernenareal war über alle drei Tage äusserst gut besucht und das Wetter spielte super mit. Die Demo am 1. Mai zeigte deutlich die Grösse und der Wachstum der JUSO. Vor ein paar Jahren waren es noch ein paar Dutzend, die an der Demo waren. Dieses Jahr kratzen wir an der 100er-Marke. Nichts desto trotz dürfen wir uns nicht auf unseren Erfolgen ausruhen. Mit einer 1. Mai-Demo ist noch nichts erreicht, der Kapitalismus nicht überwunden und der demokratische Sozialismus noch eine Vision. Doch der 1. Mai hat uns Kraft gegeben um unserem Ziel einen Schritt näher zu kommen. Wir wollen Gerechtigkeit, Solidarität und Freiheit – im Herbst haben wir die Chance zusammen mit dem Volk diese Werte zu stärken. Wir müssen die Kraft und die Motivation vom 1. Mai mitnehmen und für die Nationalratswahlen einsetzen! Wir müssen aufzeigen, dass der Kapitalismus nicht das Ende der Geschichte ist, und dass wir die einzigen sind, die Recht haben und die Wahrheit auf unserer Seite nennen können. Wir haben Recht, weil es verdammt nochmal eine Lösung gibt, die von oben nach unten Umverteilt, die die Wirtschaft demokratisiert, die keine Menschen ausschliesst und die Kriege verhindert. Diese Lösung ist unsere Vision und diese Vision müssen wir als positive Botschaft verbreiten. Verbreiten wir die Botschaft des demokratischen Sozialismus! Verbreiten wir unsere Botschaft in der Stadt, im Land und in der ganzen Schweiz – auf einen grossartigen Wahlkampf!

Abschliessend muss auch noch ein trauriges Kapitel am diesjährigen 1. Mai angesprochen werden. Mehrere Duzend Chaoten aus dem Umfeld des Revolutionären Aufbaus hinderten die Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey kurzzeitig daran ihre Rede zu halten. Die JUSO verurteilt dieses undemokratische Verhalten aufs schärfste. Die JUSO war die erste politische Partei, die das Verhalten linksautonomen Störenfriede öffentlich verurteilte. Dass es dem Revolutionären Aufbau offensichtlich an Argumenten für ihr Verhalten fehlt, zeigt nur schon die Tatsache, dass niemand von den lautstarken Krawallanten bereit war auf der Bühne zu sprechen. Dank dem Einsatz vom 1. Mai-Komitee und den Gewerkschaften, mittendrin viele JUSOs, konnten die Antidemokraten schliesslich vom Kundgebungsplatz vertrieben werden. Schlussendlich konnte der Revolutionäre Aufbau also nicht die Bundespräsidentin vertreiben, sondern wurde selbst von einer geeinten, demokratischen Linke vertrieben. Der diesjährige 1. Mai war also auch ein klares Zeichen, dass es innerhalb der Linken für „links“-faschistische Gruppierungen wie den Revolutionären Aufbau keinen Platz hat!