Keine Geschichtsverfälschung!

SVP-Kantonsrätin Barbara Steinemann sagte anfangs Woche im Tagi: „Die Schweiz hat keine Nazivergangenheit. Wir waren immun.“ Wer solche Aussagen von sich gibt, betreibt Geschichtsverfälschung. Die JUSO schrieb Barbara Steinemann deshalb einen offenen Brief und fordert sie auf, sich mit dem Bergier Bericht auseinanderzusetzen.

Anfangs Woche sagte SVP-Kantonsrätin in einem Interview mit dem Tagesanzeiger: „Die Schweiz hat keine Nazivergangenheit. Wir waren immun.“ Soche historisch kreuzfalschen Aussagen sind empörend. Eine Verharmlosung der Schweizer Vergangenheit ist äusserst gefährlich. Wer die Geschichte leugnet, nimmt es wohl auch heute nicht sehr ernst mit der Wahrheit. Die Schweiz hat nämlich sehr wohl auch Dreck am Stecken: Waffenlieferungen an die Nazis, nachrichtenlose Vermögen, Nazigold und abgewiesene Flüchtlinge an der Grenze, die danach von den Nazis in Konzentrationslager verschleppt wurden. Aber dies würde ja schliesslich ein schlechtes Licht auf den SVP-Pathos Schweiz werfen.

Die JUSO hat deshalb einen offenen Brief geschrieben, um Kantonsrätin Steinemann auf den Bergier-Bericht aufmerksam zu machen. Der Bericht befasst sich ausführlich mit den Taten der Schweiz im Zweiten Weltkrieg.

Die Aussage von Steinemann reiht sich in die fremdenfeindlichen Ereignisse der letzten Wochen ein. In Parlamenten wurden die Rechte für AusländerInnen und Flüchtlinge massiv angegriffen und auf Social Media fand eine regelrechte Hetze statt. Damals im Zweiten Weltkrieg wurden Flüchtlinge an der Schweizer Grenze abgewiesen mit der Begründung „Das Boot ist voll“, in Nazi-Deutschland gab es eine Zweiklassen-Gesellschaft zwischen Ariern und Juden und in der Schweiz lagerte ein riesiges Nazi-Vermögen. Heute handeln bürgerliche PolitikerInnen wieder als sei das Boot voll und verschärfen das Asylrecht, gleichzeitig wollen SVP und GLP eine Zweiklassen-Gesellschaft zwischen Urschweizern und Eingebürgerten und Schweizer Banken verwalten Milliarden an Diktatoren-Geldern. Gewisse Leute wollen aus Fehlern der Vergangenheit offensichtlich nichts lernen. Nur so lässt sich erklären, warum in den letzten Wochen so viele menschenfeindliche Äusserungen zu diesem Thema an die Öffentlichkeit gelangten. Wir werden weiter für eine solidarische und gerechte Gesellschaft kämpfen und dafür sorgen, dass sich die Geschichte nicht wiederholt!

>> Offener Brief an Barbara Steinemann

>> Medienmitteilung

>> Interview im Tagi mit Barbara Steinemann

>> Bergier-Bericht